Das Modell der Wissenstreppe beschreibt wie ein Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch das Managen von Wissen erwerben kann.
Veranschaulicht werden die einzelnen Schritte dahin in Form einer Treppe, deren verschiedenen Stufen die einzelnen Abschnitte darstellen.
Die weit verbreiteste Darstellung stammt von Prof K. North[1] und beinhaltet die folgenden 7 Stufen:
  1. Zeichen
  2. Daten
  3. Information
  4. Wissen
  5. Können
  6. Handeln
  7. Kompetenz
Wissenstreppe.jpg


Um die schrittweise Erzeugung von Wissen innerhalb des Unternehmens nachzuvollziehen, muss zunächst betrachtet werden wie aus Zeichen Daten, aus Daten und aus Daten Informationen entstehen.

Zeichen sind die kleinste Einheit, wie etwa Buchstaben oder Zahlen:“7“. Durch Syntax werden Zeichen zu Daten, wie etwa Zeichenfolgen die aber noch nicht mit etwas in Bezug wurden und so nicht interpretierbar sind: „723“. Werden diese Daten nun in einen Kontext eingebunden, werden aus ihnen Informationen. Durch Interpretation wird aus Informationen Wissen. Für ein Unternehmen gewinnt Wissen jedoch erst dann an Wert wenn es sich im Können verwandeln lässt (d.h. in Wissen wie). Dieses Können spiegelt sich in Form von Handlungen der Mitarbeiter einer Firma wider. Durch das Vermitteln von Wissen kann man so das Können seiner Mitarbeiter steigern, allerdings nur wenn die Mitarbeiter auch gewillt sind, dieses in Handlungen umwandeln. Die Handlungen liefern messbare Ergebnisse. Anhand der Ergebnisse kann das Unternehmen nun sehen wie Wissen zur Lösung von Problemen im Unternehmen verwendet wird. Dieser Vorgang Wissen in konkretes und richtiges Handeln zu verwandeln bezeichnet North als Kompetenz[2] Diese Kompetenz ist für das Unternehmen wertvoll, da es aus Ihr Kernkompetenzen entwickeln kann. Diese Kernkompetenzen können dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, da sie von Wettbewerbern schwer zu kopieren sind und so nur schwer von anderen Unternehmen erworben werden können. Somit sichern diese Kernkompetenzen dem Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal und machen es einzigartig. Dies spiegelt sich in der erhöhten Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wieder. Jede einzelne Stufe der Wissenstreppe ist somit für den Erfolg eines Unternehmens wichtig und sollte nicht übersprungen werden. Das Auslassen einer Stufe kann zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Geschäftsstrategien führen.[3] Dies wird durch die Unterstreichung der Etablierung von Operativem und Strategischem Wissensmanagement entlang der Wissenstreppe deutlich.

Operatives Wissensmanagement
Das Operative Wissensmanagement fokussiert sich dabei vor allem auf die unteren Stufen der Wissenstreppe, den Zeichen, Daten und Informationen. In diesen Kontext gehört zum Beispiel das Festlegen der ITC-Technologien, die im Unternehmen zum Wissensmanagement eingesetzt werden sollen. So wird sichergestellt, dass existierende Daten und Informationen abgespeichert werden können und unternehmensweit zur Verfügung stehen. Zudem werden Maßnahmen zur Wissensentwicklung und Wissenstransfer beschlossen, um wettbewerbsentscheidende Kernkompetenzen herausbilden zu können. Zudem schließt die organisationale Ebene das Schaffen von Anreizsystemen, Freiräumen und Weiterbildungsmöglichkeiten ein, so dass Mitarbeiter nicht nur das erworbene Wissen anwenden können sondern auch wollen.

Strategisches Wissensmanagement
Um diese operativen Maßnahmen abzuleiten, bedarf es jedoch eines strategischen Wissensmanagement. Es gibt die Wissensziele, abgelehnt an die allgemeine Unternehmensstrategie, und somit die Form der Maßnahmen pro Stufe vor. Die Wissensziele werden dabei anhand von Kernkompetenzen und Kernprozessen bestimmt


Das folgende Video zeigt diese Prozesse noch einmal in einer Simulation:
Die Wissenstreppe, inszeniert von Prof. Klaus North mit Studenten der Hochschule Wiesbaden:

  1. ^ North, K.(1998).Wissensorientierte Unternehmensführung - Wertschöpfung durch Wissen.Gabler Verlag.Wiesbaden.
  2. ^ North, K.(1998). Wissensorientierte Unternehmensführung-Wertschöpfung durch Wissen. S.41-42.Gabler Verlag.Wiesbaden.
  3. ^ North,K.(1998). Wissensorientierte Unternehmensführung-Wertschöpfung durch Wissen.S.43.Gabler Verlag. Wiesbaden.