Wissensspirale (SECI Modell) nach Nonaka und Takeuchi

Das Modell von Nonaka und Takeuchi, welches häufig in der Literatur als Wissensspirale oder SECI Modell bezeichnet wird, ist ein Wissensmanagementmodel, welches sich insbesondere mit der Generierung des Wissens beschäftigt. Hierzu zieht das Modell die Unterscheidung in implizites und explizites Wissen heran. Das Modell teilt sich in zwei Teile auf. Zunaechst unterscheidet man in zwei verschiedene Dimensionen: die Epistemologische Dimension und die Ontologische Dimension. In der epistemologischen Dimension handelt es sich um den Unterschied zwischen explizitem und implizitem Wissen und die Erzeugung von Wissen durch vier Arten der Wissenskonvertierung:

  1. Sozialisierung: Während der Phase der Sozialisierung wird implizites in implizites Wissen umgewandelt. Hierbei handelt es sich um Wissensweitergabe auf persönlicher Ebene, beispielsweise durch Erfahrungen oder das Observieren der einen Person durch eine andere. Klassisches Beispiel ist hierbei das Lehrling-Meister Prinzip oder das Mentoring. [1]
  2. Externalisierung: Die Phase der Externalisierung befasst sich mit dem Konvertieren von implizitem in explizites Wissen. Dies wird meist – im Gegensatz zur Sozialisierung – in Sprache ausgedrückt, wie beispielsweise durch Metaphern, Hypothesen oder bildliche Sprache.[2]
  3. Kombination: Unter Kombination versteht man das Übertragen von explizitem in explizites Wissen, also das Ordnen von vorhandenem und von neuem expliziten Wissen. Dies geschieht beispielsweise durch Datenbanken, Treffen, Telefongespräche oder andere elektronische Kommunikationsmittel.[3]
  4. Internalisierung: In der Phase der Internalisierung geht es um die Umwandlung von explizitem in implizites Wissen. Hierbei soll das neue Wissen vollständig verinnerlicht werden. Dies kann z.B. durch das Prinzip des „Learning-by-Doing dargestellt werden.[4]
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Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/SECI-Modell

Die zweite Dimension, die ontologische Dimension, befasst sich mit der Annahme, dass Wissen zwischen verschiedenen Wissensebenen transportiert werden muss, um beispielsweise von individuellem Wissen zu organisationalem Wissen zu gelangen. Hier werden vier verschiedene Wissensebenen unterschieden: das Individuum, die Gruppe, das Unternehmen, sowie die Unternehmensinteraktion.[5]

Wissensspirale_nach_Nonaka_und_Takeuchi.png

Quelle: Illner, Simon: "Erarbeitung eines Konzepts zur Einführung von Wissensmanagement und die praktische Umsetzung am Beispiel eines Softwareunternehmens", 2002.

Dieses Modell wurde weiterentwickelt in ein Fünf-Phasen-Modell. Hier werden die vier Phasen der Wissensspirale eingebettet in fünf Schritte, die dem Wissensmanagement innerhalb eines Unternehmens helfen sollen. Die fünf Schritte lauten:[6]
  1. Implizites Wissen austauschen
  2. Konzepte schaffen
  3. Konzepte erklären
  4. Einen Archetyp bilden
  5. Wissen übertragen

Phasenmodell_der_WIssensspirale.png


Quelle: http://www.wissensstrukturplan.de/wissensstrukturplan/glossar/s_seci.php
Kritik

Es ist fraglich, ob in der Realität die Übertragung von implizitem in explizites Wissen einfach stattfinden kann (Sozialisierung). Implizites Wissen wird als Wissen beschrieben, welches nicht verbalisierbar ist. Dies wird in dem Ansatz von Nonaka und Takeuchi jedoch außer Acht gelassen. Auch die Idee der Internalisierung wird kritisiert, da es sich bei implizitem Wissen um persönliches Wissen handelt, welches ausschließlich an Individuen und deren Handlungen gebunden ist.[7]


Quellen
  1. ^ http://artm-friends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.html
  2. ^ http://artm-friends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.html
  3. ^ http://artm-friends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.html
  4. ^ http://artm-friends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.html
  5. ^ http://artm-friends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.html
  6. ^ http://v.hdm-stuttgart.de/seminare/wm/ws9900/nonaka.html
  7. ^ Schreyögg, Geiger: „Kann die Wissensspirale Grundlage des Wissensmanagements sein?“, 2003