Das Wissensmarkt Modell nach North[1] sieht Wissen als eine knappe Ressource, die dementsprechend auch auf einem bestimmten Markt „gehandelt“ werden kann, angenommen es besteht eine Nachfrage bzw. ein Angebot. Damit dies geschieht müssen drei Faktoren bestimmt werden, die der unten aufgeführten Graphik zu entnehmen sind.


Rahmenbedingungen
Spieler und Spielregeln
Instrumente und Prozesse
  • Verankerung des Wissens im Leitbild
  • Beschreibung von erwünschtem Verhalten und deren Nutzung als Maßstab
  • Beschreibung und Entwicklung von Rollen und Kompetenzen
  • Kooperation und Unternehmenserfolg als Teil von Beurteilung und Vergütung
  • Schaffung eines Wissensmarkts: Kooperationsfördernde Ziele
  • Etablierung der Akteure des Wissensmarkts
  • Definition von Mechanismen des Marktausgleichs (verschiedene Prinzipien)
  • Integration von Wissensmanagement in Arbeitsabläufe
  • Implementierung von Medien und Organisationsstrukturen
  • Aufbau einer informationstechnischen Infrastruktur
Rahmenbedingungen sind wichtig, damit sichergestellt wird, dass Wissen Teil der Strategie eines Unternehmen wird, also auch als strategisches Gut gesehen wird.
Spieler und Spielregeln schaffen das Umfeld, in dem die Wissenskommunikation stattfinden kann, durch formelle wie auch informelle Netzwerke.
Instrumente und Prozesse bilden den letzten Punkt auf den eingegangen werden muss, die die eigentliche Umsetzung des Wissens und damit auch das angewandte Wissensmanagement umschreiben.

Den oben umschriebenen Markt wird von sogenannten Marktausgleichmechanismen kontrolliert bzw. limitiert. Dies erfolgt auf drei verschiedenen Wegen:
1. Interessen-Cluster Prinzip
Dieses Prinzip basiert auf der Theorie, dass nur gleichgesinnte Menschen eine Gruppe, oder ein Cluster, bilden können, in dem Wissensaustausch effektiv stattfinden kann. Da sie alle das gleiche Ziel verfolgen und das gleiche Interesse zeigen, können sie gemeinsam zu einer Lösung kommen bzw. neues Wissen generieren.
2. Leuchtturm-Prinzip
Beim Leuchtturm-Prinzip steht hauptsächlich die Kooperation und Motivation Wissen mit anderen zu teilen im Vordergrund. Das bedeutet, dass Mitarbeiter motiviert werden, verbal wie auch finanziell, bereits vorhandenes Wissen hervorzuheben und mit anderen zu teilen.
3. Push-Pull-Prinzip
Hier kommt das Angebot-Nachfrage-Prinzip noch einmal zur Geltung. Wissen sollte immer hinterlegt sein, abrufbar sein und gefordert werden.

Kritik
Da North den Wissensmarkt gleichsetzt mit anderen Märkten, wie z.B. dem Gütermarkt, entsteht einerseits ein klares betriebswirtschaftliches Bild von Angebot und Nachfrage jedoch wird die Komplexität des Wissens als Gut nicht einbezogen. Wissen ist nicht gleich greifbar wie andere Rohstoffe, d.h. das möglicherweise ein komplett neues Konzept entworfen werden müsste um sicherzustellen, dass Wissen auch in anderen Organisationen, die nicht auf einer rein betriebswirtschaftlichen Basis agieren, korrekt aufgefasst und implementiert werden kann.



Quellen

Probst, G., Deussen, A., Eppler, M.J. & Raub, S. (2000). Kompetenz- Management. Wie Individuen und Organisationen Kompetenz entwickeln. Wiesbaden: Gabler.
  1. ^ North, K. (2005). Wissensorientierte Unternehmensführung. Wertschöpfung durch Wissen. Wiesbaden: Gabler.