Es existieren verschiedene Modelle, die beschreiben wie Wissen gemanagt werden sollte. Allgemein kann man diese anhand der beiden folgenden Achsen klassifizieren:
Humanorientierter - Technologieorientierter Ansatz
Während sich Modelle mit einem humanorientierten Ansatz auf den Menschen als Wissensträger und sein personengebundenes Wissen fokussieren, steht bei Technologieorientierten Modellen die Kodifizierung von Wissen im Vordergrund. Der Ganzheitliche Ansatz stellt dabei eine Mischform von Humanorientiertem und Technikorientiertem Ansatz dar.

Individuelles Wissen - Organisationswissen
Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch hinsichtlich der betrachteten Wissensarten. Wissen kann sowohl individuell, also personengebunden, als auch kollektiv und somit Organisationswissen sein. Die meisten Modelle konzentrieren sich meist jedoch auf eine Betrachtungsweise.

Besonders interessant erachten wir dabei die folgenden Modelle:

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Inhaltsverzeichnis
  1. Wissensspirale
  2. Bausteinmodell
  3. Münchner Modell
  4. Wissensmarkt
  5. Wissenstreppe
  6. Knowledge Engineering
  7. Geschäftsprozessorientiertes Wissensmanagement
  8. Integratives Wissensmanagement

Wissensspirale (SECI Modell) nach Nonaka und Takeuchi

Hauptartikel: Wissensspirale
Ein Wissensmanagementmodel, welches sich insbesondere mit der Generierung des Wissens beschäftigt. Hierzu zieht das Modell die Unterscheidung in implizites und explizites Wissen heran. Das Modell teilt sich in zwei Teile auf. Zunächst unterscheidet man in zwei verschiedene Dimensionen: die Epistemologische Dimension und die Ontologische Dimension. Dieses Modell wurde weiterentwickelt in ein Fünf-Phasen-Modell. Hier werden die vier Phasen der Wissensspirale eingebettet in fünf Schritte, die dem Wissensmanagement innerhalb eines Unternehmens helfen sollen

Bausteinmodell nach Probst

Hauptartikel: Das Bausteinmodell
Das Bausteinmodell nach Probst gehört zu den praxisorientierten Wissensmanagementansätzen. Ziel ist die Abbildung zentraler Kernprozesse des Unternehmens unter dem Gesichtspunkt, einen besseren Umgang in der Organisation mit der Ressource Wissen zu erlangen, um somit Wissensprobleme effektiver lösen zu können. Der Ansatz integriert sowohl Individuen, Gruppen, sowie die gesamte Organisation, jedoch werden externe Einflüsse nicht miteinbezogen.

Münchner Modell

Hauptartikel: Münchner Modell
Das Münchener Modell des Wissensmanagements befasst sich im Vergleich zu anderen Modellen des Wissensmanagements gleichzeitig mit humanorientiertem und technologieorientiertem Wissen. Dies geschieht in einem Umweltkontext, der vom Lernen bzw. einer Lernkultur geprägt ist. Die hier vorgeschlagene Perspektive setzt voraus, dass der Mensch der „Ort des Wandels“ ist d.h. es kommt auf die einzelnen Fähigkeiten und Interessen und Denkweise des Individuums an, wenn man eine bereits existierende Unternehmensstruktur verändern möchte. Parallel dazu ist die Organisation als kollektives Individuum als „Ort des Handelns“ zu betrachten, da auf dieser Ebene Konzepte und Methoden entwickelt und implementiert werden können, die zu einer neuen Organisationsstruktur oder auch einer innovationsfreudigen Organisationskultur führen können.

Wissensmarkt

Hauptartikel: Wissensmarkt
Das Wissensmarkt Modell sieht Wissen als eine knappe Ressource, die dementsprechend auch auf einem bestimmten Markt „gehandelt“ werden kann, angenommen es besteht eine Nachfrage bzw. ein Angebot. Damit dies geschieht müssen drei Faktoren bestimmt werden: Rahmenbedingungen, Spieler & Spielregeln sowie Instrumente & Prozesse. Der Markt wird dabei von sogenannten Marktausgleichmechanismen kontrolliert bzw. limitiert.

Wissenstreppe nach North

Hauptartikel: Wissenstreppe
Das Modell der Wissenstreppe beschreibt wie ein Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch das Managen von Wissen erwerben kann. Veranschaulicht werden die einzelnen Schritte dahin in Form einer Treppe, deren verschiedenen Stufen die einzelnen Abschnitte darstellen. Die weit verbreiteste Darstellung stammt von Prof K. North und beinhaltet die folgenden 7 Stufen: Zeichen, Daten, Information, Wissen, Können, Handeln und Kompetenz.

Knowledge Engineering

Hauptartikel: Knowledge Engineering
Ein technikorientierter Ansatz innerhalb des Wissensmanagement, dessen Ziel die Einbindung und Abbildung von Wissen in Computersystemen ist.

Geschäftsprozessorientiertes Wissensmanagement

Hauptartikel: GPoWM
Geschäftsprozessorientiertes Wissensmanagement (GPoWM) hat sich aus dem Prozessorientierten Wissensmanagement herausentwickelt und fokussiert sich auf die Ausrichtung des Wissensmanagement an den Geschäftsprozessen eines Unternehmens.Ziel ist die Wissensverarbeitung in den operativen Geschäftsprozessen zu erkennen und weiterzuentwickeln. Das GPoWM soll so direkt zur Wertschöpfung innerhalb des Unternehmens beitragen.

Modell des integrativen Wissensmanagements nach Reinhardt und Pawlowsky

Hauptartikel: Integratives WM
Der Ansatz nach Reinhardt und Pawlowsky ist eine Erweiterung des organisationalen Lernens und soll eine Voraussetzung fuer ein integratives Wissensmanagement schaffen.[1] Ziel dieser Konzeption ist die Gestaltung organisationaler Lernprozesse. Dazu wird der Prozess des Lernens in verschiedene Systemebenen unterteilt, welche miteinander verbunden sind. Die Lernebenen beinhalten interpersonales, intrapersonales, intraorganisationales und interorganisationales Lernen. Unter Lernformen versteht man das Lernen als Differenzierung und Integration kognitiver Strukturen oder Lernen als Veränderung von Valenzen und Werten in kollektiven Wissenssystemen. Weitergehend befassen sich die Lerntypen mit einfachem Stimulus-Response-Lernen oder Problemlösungslernen, und die Lernprozesse können als Phasen des organisationalen Lernens gesehen werden[2]



Quellen
  1. ^ Muehlethaler, Barbara: “Wissensmanagement - Stand der Forschung und Diskussionsschwerpunkte”, 2005.
  2. ^ Pawlowsky 1994, S. 309ff